Dem Klimawandel auf dem Schulgelände auf die Spur kommen!

Das geht durch Langzeitbeobachtungen in einfacher Weise. Auf jedem Schulgelände steht sicherlich ein Baum. Am besten eignet sich einer wie die Birke, bei der sich sehr früh im Jahr die Knospen öffnen. Beobachte den Baum vom 1. Januar an und stelle das Datum des Ergrünens (Budburst) fest. Sammle die Daten über mehrere Jahre auch zu Vollblüte, Beginn und Ende des Laubfalls usw. Stelle die Daten in einem Schaubild dar und suche nach Erklärungen für die Auffälligkeiten.

Das Birke-Projekt in Unna

Die abgebildete Datenreihe zeigt ganz deutlich wie sich im Hellwegraum das Datum des Aufbrechens der Birkenknospen im Jahr verfrüht. 1954 war es der 1. Mai. In den letzten Jahren öffneten sich die ersten Knospen im März, also deutlich mehr als einen Monat früher als vor 70 Jahren.

Die Birke - eine Pionierpflanze weltweit -

Ein bearb. Vortrag von Paula A., 5c, EBG Unna, anlässlich des Schülerkongresses GLOBE NRW 2007 in Bornheim

Es gibt mehr als 50 Birkenarten in Europa, Asien, dem Himalaja und in Nordamerika. Die Birke wird seit Jahrtausenden von Menschen für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt, z. B von den Indianern zur Herstellung von Kanus, in Lappland und Norwegen zum Eindecken von Dächern, für Schuhwerk, Körbe und Kisten und außerdem als Schreibpapier.

Die Birke ist eine Pionierpflanzenart, die überall, auf allen unwirtlichen Böden wachsen kann. Die Bäume gelten als besonders winterfest und kältehart. Wenn der Wind gegen die reifen Früchte bläst, verteilen sie sich in kleine Scheibchen (Nüsschen) und fliegen durch die Luft, bis sie den Boden erreichen. Die Keimlinge wachsen an jedem Standort, aber ohne Licht keimen sie nicht.

Die Birke wurde als Leitpflanze für das Phänologieprojekt ausgewählt, weil sie wegen der weißen Rinde leicht zu erkennen ist. Außerdem ist sie sehr verbreitet. Im Jahr 2000 wurde sie zum Baum des Jahres in Deutschlands gewählt, so dass GLOBE Germany viele Informationen zur Verfügung standen. Die vielen Informationen, die wir haben, werden uns auch von dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zur Verfügung gestellt, weil dort Langzeitreihen phänologischer Beobachtungen zur Birke geführt werden.


Die Knospung der Birke wird als Messbeispiel für den beginnenden Frühling gewählt. Die Knospung wird englisch Budburst genannt, das ist genau dann, wenn die Knospe zum ersten Mal aufbricht. Der Budburst geschieht immer früher, was heißt, dass die Jahreszeiten sich immer weiter verschieben. Dies zeigt auch das Beobachtungsdiagramm. Wenn man eine gedachte Linie vom Beobachtungsbeginn bis heute zieht, verdeutlicht sie den Trend zum immer früheren Frühlingsbeginn in Unna. Es hängt auch davon ab, in welcher Höhe über dem Meeresspiegel die Birken stehen. Im Rheinland öffnen sich die Knospen viel früher als bei uns, weil das Rheinland tiefer liegt.

Die GLOBE AG des Ernst-Barlach-Gymnasiums erfasst den Budburst seit 2001. Bei uns wachsen mehrere Birken auf dem Schulgelände, so dass wir genug Messmöglichkeiten haben. Die restlichen Daten vor 2001 haben wir freundlicherweise vom Deutschen Wetterdienst gestellt bekommen.